News

20. November 2017

SG 99 Andernach - die „Bäckerjungen“ - „Er ist unser Peter Herrmann“

Andy Butz ist seit 15 Jahren bei der SG 99

Seit 15 Jahren ist er in Diensten der SG 99 Andernach. Kein Trainer ist so lange bei der SG 99 Andernach. Als Trainer von seinem Sohn, Justin, hat er damals angefangen, inzwischen hat die halbe erste Mannschaft unter ihm trainiert. Inzwischen ist er mehr als ein Athletiktrainer bei der B1, die Salvatore Nizza betreut. Die Rolle in zweiter Reihe liegt ihm, doch warum nicht nochmal Chef sein. Für den Verein ist er enorm wichtig und wird nicht nur wegen seiner Fachkenntnisse als zweiter Peter Herrmann (teuerster Co-Trainer der Welt) bezeichnet. Wir sprachen mit Andy Butz, einer Andernacher Ikone.

SG99: Herr Butz, in 15 Jahren haben Sie einiges erlebt. Die SG 99 war selber kurz mal vor der Pleite. Heute steht sie blendend da, wie haben sie diesen positiven Wandel wahrgenommen?

Butz: Kurz nach meinem Start bei der SG war die Lage schon sehr deprimierend. Die Jugendarbeit wurde vernachlässigt und in der Ersten Mannschaft spielten nur Auswärtige ohne Identifikation. Das änderte sich alles und wie wir heute wissen, zum positiven! Der Andernacher Weg, den Kai Franzke, Jupp, Kowalski und Uwe Kroll sportlich veranschlagt haben, zahlt sich aus!

SG99: Warum sind sie noch Trainer bei der SG 99? Ihr Sohn hat berufsbedingt vor zwei Jahren aufgehört? Welche Motivation treibt sie an?

Butz: „Andy allein zu Hause“ geht nicht gut. Sagt auf jeden Fall meine Frau. Spaß beiseite. Einfach aus Liebe zum Fußball, dem ich seit 49 Jahren verbunden bin. Dazu gibt es eben keinen schöneren Ausgleich für mein Temperament als den Trainerjob.

SG99: Lange Zeit waren sie an der Seite von Uwe Kroll, inzwischen Salvatore Nizza, was reizt sie so an der Rolle des Co-Trainers? Sie gelten als der Peter Hermann der linken Rheinseite im Jugendbereich.

Butz: Das ist sicherlich übertrieben mit Peter Hermann. Er interpretiert aber auch den Co-Trainer Job offensiver. Ich gebe eben nur mein Wissen weiter. Eigentlich passiert auch mit den Cheftrainern alles in Absprache und sie hören da seltsamer Weise auch immer auf mich (lacht).

SG99: Reizte sie nie der Cheftrainerposten?

Butz: Nein, durch meinen Tumor im Jahre 2007 möchte ich das möglichst vermeiden und meine gesamte Power in die Aufgabe als zweiter Mann stecken.

SG99: Was war ihr schönstes Erlebnis ?

Butz: Es gab so viele schöne Erlebnisse, die diese ehrenamtliche Aufgabe mit sich bringt. Einer der schönsten Momente war sicherlich der Aufstieg von der Bezirksliga in die Rheinlandliga. In dem Team spielte unter anderem mein Sohn Justin mit vielen Freunden. Das war ein eingeschworenes Team wie ich es selten trainieren durfte.

SG99: Ihnen liegt besonders die Fitness ihrer Spieler am Herzen, ist sie für das Wichtigste beim Fußball?

Butz: Fußball ist so intensiv geworden. Nicht nur in der Bundesliga, sondern auch bis in die unteren Ligen. Daher legen wir auf die Fitness großen Wert. Es gibt allerdings immer noch Kinder, die ohne gefrühstückt zu haben, morgens beim Spiel auftauchen. Da fehlen einem die Worte….

SG99: Wenn man sich inzwischen auf dem Sportgelände neben „ons Schwemmbad“ umschaut sieht man den in Eigenregie gebauten Kiosk, viel Bandenwerbung, inwieweit hat sich der Verein aus Ihrer Sicht entwickelt?

Butz: Der Verein hat sich toll entwickelt. Deshalb appelliere ich an jeden, der noch Freizeit hat oder Langeweile verspürt. Jeder kann sich irgendwie bei dem Verein einbringen. Wir haben schon lange die Mülheim-Kärlich und TUS Mayen überholt. Die zahlen viel Geld dafür, dass die 1. Mannschaft aufläuft. Bei uns laufen die Jungs für die Stadt und unseren Verein auf.

SG99: Worüber haben Sie sich am meisten geärgert?

Butz: Jede Woche über den Schiedsrichter.(lacht) Nein natürlich nicht. Die sind inzwischen richtig gut ausgebildet. Geärgert habe ich mich nie, vielleicht war ich mal enttäuscht als der Verein meinen 50. Geburtstag vergessen hat. Wobei das sicherlich auch bei 700 Mitgliedern ein wenig schwierig ist.

SG99: Die SG 99 Andernach verzeichnet jede Saison einen neuen Mitgliederrekord, was ist aus Ihrer Sicht das Erfolgsrezept ?

Butz: Der Vorstand steht für Kontinuität und für Ehrlichkeit und das zahlt sich aus. Es läuft ein Sparkurs und der wird überall eingehalten und keine Ausnahmen gemacht. Der Erfolg der Damen hat natürlich auch einen großen Teil dazu beigetragen. Die SG 99 ist nun bundesweit bekannt.

SG99: Wie bewerten sie generell die Einkaufs/Verkaufspolitik der SG99?

Butz: Die SG kauft ja nicht groß ein. Sie holt ehemalige Spieler wenn überhaupt mal zurück und das ist auch in Ordnung.

SG99: Sie sind ein großer Mallorca-Fan, wann geht’s auf Mannschaftstour auf die Insel?

Butz: Im September 2018 geht es endlich wieder los. Mit meinen alten Freunden vom ehemaligen DSV Andernach.

Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Saison und Vielen Dank für das offene Gespräch!

Andy Butz
Geboren am 17.08.1961 in Andernach
Verheiratet seit 1992 und arbeitet als Lagerist
Trainer bei  der SG 99 seit 2002
1 Sohn

Von der SG 99 berichtet Kai Franzke jr.